Wiederherstellung des Häsener Luchs

 

 

Überblick

Unser Projektstandort in Deutschland ist Teil des Niedermoorgebietes Häsener Luch, das zur Gemeinde Löwenberger Land im Nordosten Deutschlands gehört. Es ist ein repräsentatives Beispiel für die 105.000 Hektar landwirtschaftlich genutzter Niedermoore. Das Häsener Luch ist Teil einer langgestreckten Senke, eingebettet in ein hügeliges Grundmoränengelände, das hauptsächlich durch den Oberlauf des künstlichen Gewässers Welsengraben entwässert wird, der heute ein 20 km langer Nebenfluss der Havel ist. Vom gesamten Niedermoorgebiet Häsener Luch (ein Komplex von ca. 120 ha) sind ca. 53 ha seit 1953 als Naturschutzgebiet (IUCN-Managementkategorie IV) geschützt, hauptsächlich zum Erhalt der damals schon seltenen moortypischen Flora wie Orchideen oder dem fleischfressenden Gemeinen Butterkraut. 

Das rund 60 ha große Projektgelände besteht zum größten Teil aus dem Gebiet des Naturschutzgebietes. Die Kernfläche von 19 ha mit vielen Gewässern aus der ehemaligen Mahd befindet sich im Besitz des regionalen NABU Gransee und wird überwiegend nicht mehr genutzt.

 

©VolkerGehrmanns

 

 

Hintergrund

Die Geschichte des Häsener Luchs ist auch eine Geschichte der Entwässerung. Bereits im 18. Jahrhundert wurde ein Entwässerungssystem angelegt, als in Preußen eine Reihe von systematischen Entwässerungsprojekten für die Land- und Forstwirtschaft begonnen wurde. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fand ein bedeutender Torfabbau statt, der in Kombination mit der Entwässerung eine Vielzahl von Lebensräumen mit Teichen, Dämmen, Buschland und krautiger Vegetation entstehen ließ. Die Intensivierung der Entwässerung ab den 1960er Jahren im Rahmen des steigenden landwirtschaftlichen Bedarfs der DDR führte zu dauerhaft niedrigen Grundwasserspiegeln, die im Sommer oft weniger als 80 cm betragen, ein Zustand, der bis heute anhält. Heute gibt es rund 1800 m aktive Gräben rund um das NABU-eigene Gelände und weitere 1800 m aktive Gräben im Rest des 60 ha großen Projektgebietes. Der zentrale Entwässerungsgraben ist der Welsengraben

Bei einer Untersuchung im Jahr 2022 wurden noch Torfschichten von bis zu 2,80 m (Durchschnitt 0,9 m) festgestellt, was auf einen massiven Torfabbau in den letzten 50 Jahren und damit auf hohe Treibhausgasemissionen hinweist. Der Handlungsbedarf für die Renaturierung im Häsener Luch ist enorm.

 

 

Ziele

Zentrales Ziel des Projektes ist es daher, eine teilweise Wiedervernässung des Naturschutzgebietes zu erreichen und damit:

 

  • eine Erhöhung des Wasserrückhaltevermögens
  • eine signifikante Reduktion der Treibhausgasemissionen
  • eine Wiederherstellung der moortypischen Vegetation, die langfristig die Torfbildung anregen und die Kohlenstoffquelle wieder in eine Kohlenstoffsenke verwandeln kann
  • Hilfe bei der Wiederansiedlung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
  • Begleitung und Überprüfung aller Maßnahmen durch ein detailliertes Monitoringsystem, das die Entwicklung der Vegetation, der Wasserstände und der Treibhausgasemissionen erfasst
  • Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Paludikultur für diese Gebiete und die umliegenden intensiv genutzten Niedermoorwiesen
Jonathan Etzold

Nationaler Koordinator
NABU Deutschland

Jonathan Etzold

Marvin Gabriel

Wissenschaftlicher Koordinator
NABU Deutschland

Marvin Gabriel

Juliane Röthig (Copyright sevens+maltry)

Ko-Projektkoordinatorin
NABU Germany

Juliane Röthig

Jennifer Merten

Ko-Projektkoordinatorin
NABU Deutschland

Jennifer Merten

Maria Blanco (Copyright sevens+maltry)

Projektmitarbeiterin
NABU Germany

Maria Blanco

Liubov Gasenko (Copyright sevens+maltry)

Mitarbeiterin Finanzen
NABU Germany

Liubov Gasenko

Manon Heßing

Studentische Hilfskraft
NABU Germany

Manon Heßing

Paul Hübner

Studentische Hilfskraft
NABU Germany

Paul Hübner

Felix Fechtner (Copyright sevens+maltry)

Studentische Hilfskraft
NABU Germany

Felix Fechtner

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