Parzelle zur Messung der Treibhausgasemissionen. Foto: Kris Meus

Treibhausgasmessungen in Erlenbruchwäldern

Es ist seit langem bekannt, dass Moore aufgrund der Austrocknung Treibhausgase freisetzen. Um jedoch wirklich zu wissen, wie viel CO2 ein Moorgebiet ausstößt, ist ein erheblicher Forschungsaufwand erforderlich. Im Rahmen von LIFE Multi Peat messen wir die Treibhausgasemissionen in Torfwäldern. Über die Emissionen von Torfwäldern ist sehr wenig bekannt, und die verfügbaren Zahlen beziehen sich hauptsächlich auf leicht unterschiedliche Waldtypen in Osteuropa. Diese Messungen werden es uns ermöglichen, die CO2- und Methanemissionen (und vielleicht auch die Lachgasemissionen) in flämischen Torfwäldern besser einzuschätzen, und zwar unabhängig davon, ob sie sich in einem ausgetrockneten Zustand befinden, kürzlich wiederbefeuchtet wurden oder vollständig wiederhergestellt sind.

Um diese Treibhausgase zu messen, verwenden wir die so genannte "Methode der geschlossenen Kammer", bei der im Grunde genommen ein großes Gefäß über ein Stück Vegetation gestellt wird. Dieses Gefäß wird dann an einen Gasanalysator angeschlossen, der mit einem Laser die Anzahl der CO2-Teilchen zählt. So können wir die Veränderung der CO2-Konzentration im Laufe der Zeit verfolgen. Nach 3 Minuten haben wir eine Schätzung der Emissionen, und die nächste Fläche kann gemessen werden. Alle Messungen werden auf 3 verschiedenen Flächen pro Standort bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen durchgeführt, die von 100 % Licht bis zu völliger Dunkelheit reichen. Zusätzlich zu den effektiven CO2-Messungen werden auch Proben für Methan und Distickstoffoxid genommen. Diese Proben werden alle 15 Minuten für eine Stunde entnommen und von der Universität Gent (Fakultät für Biowissenschaften und Ingenieurwesen) analysiert.

Treibhausgasmessung mit einer geschlossenen KammerFoto: Cyr Mestdagh">

Neben diesen Veränderungen der Treibhausgaskonzentrationen wird auch eine ganze Reihe von Umweltparametern wie Bodentemperatur, Bodenfeuchte, Niederschlag, PAR, Temperatur usw. kontinuierlich überwacht. Auf diese Weise können wir innerhalb eines Jahres (nachdem wir die Treibhausgase monatlich gemessen haben) modellieren, wie viel derzeit in einem Jahr emittiert wird, wobei Unterschiede zwischen den Jahreszeiten, Wetterbedingungen, Tag und Nacht usw. berücksichtigt werden.

Die genaue Berechnung der gespeicherten oder emittierten CO2-Menge und der freigesetzten Methan- und Lachgasmenge ist entscheidend für eine möglichst effektive Wiederherstellung unserer Moore. Die Ergebnisse dieser Forschung werden uns in die Lage versetzen, Erlenbruchwälder in Zukunft noch effektiver wiederherzustellen und so auf eine robuste und klimasichere Natur hinzuarbeiten.

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